Wenn gleich wir die Unterstützung von Admiral Sela im Kampf gegen Praetorin Oh gewonnen haben, scheint es so, als wären wir dem Sieg kein Stückchen näher gekommen. Obisek hat erst vor kurzem eine Ansprache via Subraum ausgestrahlt, durch die nun alle im Sternenimperium sowie in der Föderation davon wissen, dass die Bevölkerung von Crateris auf Befehl von Praetorin Oh mit einer Thalaronwaffe ausgelöscht wurde. Gefolgt von einer Aufforderung an alle verbliebenen Remaner im Imperium, sich gegen ihre Unterdrücker aufzulehnen. Die Ansprache war tatsächlich inspirierend und erinnerte mich an zahlreiche andere Aufrufe zur Revolution in der Geschichte. Wenn es sein Ziel war, eine solche auszulösen, so war er damit erfolgreich. Der Geheimdienst der Sternenflotte berichtet, dass im gesamten Sternenimperium Unruhen und Ausschreitungen ausgebrochen sind. Dabei sind es nicht nur die Remaner, die sich auflehnen, die Wut über das Schicksal ihrer Brüder und Schwestern rächen wollen und in diesem Rahmen ganze Städte verwüsten. Es scheinen sich auch immer mehr Stimmen liberaler Kräfte in der romulanischen Bevölkerung zu erheben, die die Rückkehr zu den konservativen Werten nicht gutheißen. Und für die das Schicksal von Crateris das Fass hat überlaufen lassen.

Unseren Bemühungen jedoch, gegen Praetorin Oh vorzugehen, kommt das nicht entgegen. Admiral Sela hat uns gegenüber erklärt, dass der Senat aktuell hinter Oh stehe, da sie die Föderation und Donatra durch geschickte Manipulationen als Feind deklariert hat. Und die Bedrohung durch die Rentner scheint ihre Haltung zu bekräftigen. Doch habe Sela aufgrund der sich zuspitzenden remanischen Situation nicht die Ressourcen, parallel gegen Oh vorzugehen. Obisek und die Aufstände zu stoppen hat für sie zurzeit oberste Priorität. Ich sehe eine düstere Zukunft vor uns, sollte die Lage weiter eskalieren. Es wird zu einem Bürgerkrieg kommen, der das romulanische Volk tief spalten und die remanische Rasse möglicherweise auslöschen wird. Und um das gespaltene Volk zu einen, wird Oh nichts anderes übrig bleiben, als einen neuen Feind in dessen Fokus zu rücken. Und das wird die Föderation sein.

Der Föderationsrat hat nach wie vor keine Entscheidung bezüglich unserer Rolle in diesen historischen Tagen getroffen. Zu weit scheint das Chaos im Sternenflottenkommando seine Schatten zu werfen. Weshalb ich selbst entscheiden muss, wie wir in dieser Sache vorgehen wollen. Den Direktiven und Richtlinien der Sternenflotte folgend dürfen wir uns in dieser Sache nicht einmischen. Streng genommen handelt es sich um einen internen Konflikt, egal ob dies in Zukunft für uns gefährlich werden könnte oder ob der Tal’Shiar uns angegriffen hat. Ich wäre eigentlich dazu verpflichtet abzuwarten und lediglich unsere Grenzen zu verteidigen. Doch muss ich gestehen, dass ich das nur wider besseren Wissens tun könnte. Historisch gesehen mag im kleinen Kontext die Nichteinmischungsdirektive stehts von Vorteil für uns und andere gewesen zu sein. Doch wenn es um die galaktische Politik geht, führte unsere Zurückhaltung immer dazu, dass entweder der Status quo erhalten blieb oder sich ein Abgrund auftat, der am Ende allen schadete. Dies wird auch hier der Fall sein. Wenn wir nichts tun, wird den romulanischen und remanischen Völkern ein großes Leid bevorstehen, Praetorin Oh wird wahrscheinlich gewinnen und die Föderation sich wieder einem ihr feindlich gesinnten Sternenimperium gegenüber sehen. Und selbst wenn Donatra die Macht wieder übernehmen kann: Was wird sie über einen Alliierten denken, der tatenlos zugesehen hat, als ihr Volk in der Dunkelheit versank? Wie sollen die Romulaner uns jemals als Partner vertrauen? Nein, das kann nicht der Weg sein, der uns in die Zukunft führt. Denken wir in der Geschichte zurück, so entdecken wir, dass die großen Schritte immer den Mut weniger erforderten. Ich denke hierbei beispielsweise an das Opfer der Enterprise-C, welches zum Frieden mit den Klingonen führte. Auch sie hätten sich zurückhalten müssen, als die Klingonen um Hilfe riefen. Doch sie taten es nicht… Und nun ist es die legitime Führerin des romulanischen Volkes, die uns um Hilfe ruft. Und ich werde die Augen nicht davor verschließen können.

Ich habe entschieden, ein Infiltrationsteam nach Romulus zu entsenden. Dieses soll dem Senat die uns zur Verfügung stehenden Beweise vorlegen, um ihnen und den Admirälen und Generälen des romulanischen Militärs aufzuzeigen, wer Oh wirklich ist. Und was für ein falsches Spiel sie und der Tal’Shiar spielen, nur um an der Macht zu sein. Admiral Sela hat uns freundlicherweise ein kleines Schiff zur Verfügung gestellt, das das Team nach Romulus bringen wird. Da bedauerlicherweise meine Leute mit dem Bombenanschlag auf das Flotten-HQ in Verbindung gebracht wurden, bleibt mir nur übrig, diese schwierige Aufgabe an Bastian und seine Leute zu delegieren. Es bleibt nur zu hoffen, dass sie erfolgreich sein werden. Und dass die Geschichte zeigen wird, dass auch wir zu diesen wenigen gehört haben, die mit ihrem Mut die Zukunft positiv prägen konnten.