Wenige Stunden, nachdem Obisek geflohen ist, befindet sich die Vengeance noch immer im Orbit des Planeten. Der D’Deridex sowie die zwei leichten Warbirds der Aelahl-Klasse stehen dem Raumer der Sovereign-Klasse noch immer gegenüber. Doch sind die Waffen aller Schiffe für den Moment deaktiviert. Auf der Vengeance herrscht wieder Alarmstufe Gelb, den nach einem langen, geduldraubenden Gespräch ist es Captain Erricson gelungen, Admiral Sela davon zu überzeugen, ihm eine Chance zu geben, die ganze Situation ausführlicher zu erklären. Wenn gleich der romulanische Admiral bis zum Ende entschlossen wirkte, die Crew für ihr Eindringen in den romulanischen Raum zur Rechenschaft zu ziehen. Und dennoch scheint das Mysterium um den Thalaronwaffeneinsatz bei Crateris ihr Interesse soweit geweckt zu haben, dass sie mehr über das erfahren möchte, was der Captain zu sagen hat. Sie betritt in Begleitung zweier Soldaten die Beobachtungslounge des Schiffes. Noch immer trägt sie dieselbe kurze, blonde Frisur wie vor fast 40 Jahren. Und dennoch hat sie sich trotz ihrer nun mehr 62 Lebensjahren eine rechte Jugend und Anmut bewahrt, die auch nach außen strahlt. Alle drei tragen wieder die klassische Uniform des Sternenimperiums, nicht die neuere der Republik.

Bastian steht bereits in der Beobachtungslounge und wendet seinen Blick vom Fenster ab und den Gästen zu. „Willkommen an Bord der Vengeance, Admiral. Bitte nehmen Sie drei doch Platz.“ Er deutet auf die Stühle rund um den Besprechungstisch. „Möchten Sie und Ihre Begleiter etwas trinken?“
Mit ruhigen Schritten geht er auf den Replikator zu, der in der Wand des Raumes eingelassen ist. „Wissen Sie, die Vengeance war das Schiff auf dem meine Karriere begann. Sie war nicht mein erstes Schiff, aber sie war für meine berufliche Entwicklung sicher das entscheidende. Wahrscheinlich werden Sie sich daran nicht erinnern, aber als das Schiff damals unter dem Kommando von Captain Lucas Draxo stand, sind Sie diesem Schiff bereits einmal begegnet. Damals diente ich noch an der Taktik. Heute ist das alles längst Geschichte. Aber es ist irgendwie ironisch, dass mein Handeln letztlich dazu führt, dass meine Karriere auch auf diesem Schiff endet.“

Bastian hat sich derweil einen Raktajino repliziert und stellt diesem an seinem Platz ab. Er blickt seine Gäste an und fixiert dann den Admiral. „Wir sind ohne Befugnisse in Ihren Raum eingedrungen. Wir glaubten einen Genozid auf die Föderation verhindern zu müssen und zu können. Es stellt sich jedoch raus, dass wir auf einen der ältesten Tricks reingefallen sind. Und das habe ich zu verantworten. Ich hätte die Aussagen der Remaner prüfen müssen. Ich hätte sicherstellen müssen, dass die Aussagen valide sind. Das habe ich nicht und das waren sie nicht. Und jetzt sind Sie hier.“ Er wartet die Antwort der Romulanerin ab, bevor er weiter spricht.

Der romulanische Admiral hört dem SF-Captain geduldig zu. Ihr ist schon vor langer Zeit bewusst geworden, dass diese Menschen es nicht lassen können, jedes Gespräch mit irgendwelchen Anekdoten zu beginnen. Aber wenigstens kommt er im Anschluss gleich auf den Punkt. Sie nimmt an einer Spitze des Konferenztisches Platz, die beiden Soldaten bleiben hinter ihr stehen. So will sie gleich festlegen, dass sie hier das Sagen hat. Und nicht als bloßer Gast an Bord gekommen ist. Sie entschließt sich auch nicht weiter auf seine Geschichte einzugehen, denn wenn er sich durch Smalltalk nahbar machen will, soll er gar nicht erst die Gelegenheit dazu bekommen. „Ich komme gleich zum Punkt, Captain. Der einzige Grund, warum wir ihr Schiff noch nicht in tausend Stücke geschossen haben ist die Tatsache, dass sie wegen der Remaner auf der Oberfläche ehrlich waren. Und ich ihnen glaube, dass sie von ihrer menschlichen Naivität in die Irre geführt wurden.“ Sie legt die Hände gefaltet auf den Tisch. „Wieso erzählen sie mir nicht genauer von diesen Aussagen, die angeblich nicht valide sind?“

Bastian lässt die Frage einen Augenblick im Raum stehen. Er nimmt Platz, trinkt einen Schluck seines Raktajinos und blickt für einen Moment auf die Sterne da draußen. Dann wendet er sich der Admiral wieder zu und schaut sie direkt an.

„Sie und ich sind beide Opfer der Systeme, in denen wir leben. Das Verhältnis zwischen den Menschen und den Romulanern war schon immer von Spannungen geprägt. Und ich bin mir sicher, dass Ihr Geheimdienst mindestens so viel über mein Leben ans Tageslicht geführt hat, wie unser Geheimdienst über das Ihre.“ Er nimmt erneut einen Schluck von seinem Raktajino und fährt dann fort. „Dennoch möchte ich offen mit Ihnen sprechen. Ich habe meine Zweifel, was Praetorin Oh angeht. Sie war undercover im Sternenflottenkommando. Das war sicher nicht das erste und sicher nicht das letzte Mal, dass dem Tal’Shiar eine solche Aktion geglückt ist. Es geht mir auch nicht darum, was Oh in dieser Zeit getan hat oder um verletzten Stolz oder dergleichen. Vielmehr macht mir Sorge, wie sie die Dinge angegangen ist. Und ich habe meine Zweifel, wie lange ihre Taten als Praetorin ausschließlich zum Wohle des romulanischen Volkes sein werden. Klar haben sich viele Romulaner wieder nach einem starken Imperium gesehnt. Aber Sie haben auch in Zeiten der Republik für die Romulaner Ihr Leben eingesetzt. Sie haben entscheidend zum Gelingen der Republik beigetragen. Und jetzt kommt Oh, ihr Putsch gelingt ihr und Sie folgen und dienen weiter Ihrem Volk. Das kann ich sogar bis zu einem gewissen Punkt nachvollziehen. Aber ich befürchte, dass Oh Ihre Einstellung ausnutzen wird. Und ehrlich gesagt, hielt ich einen Angriff der Romulaner mit einer Thalaronwaffe auf Crateris für absolut möglich. Es ist noch nicht lange her, da wollte Praetor Shinzon genau das selbe mit einem Schiff der Sternenflotte machen. Und wenn man ihm nicht Einhalt geboten hätte, wäre er vermutlich auch fähig gewesen, mit dieser Waffe ganze Zivilisationen auszurotten. Vor diesem Hintergrund fiel es mir nicht schwer zu glauben, dass die Romulaner eine Thalaronwaffe auf die Remaner abgefeuert hätten. Mit einem Schlag wären damit die Remaner keine ernst zu nehmende Gefahr mehr gewesen und Oh hätte noch freier handeln und verfügen können. Außerdem hätte sie eine Werft gehabt, die an Bedeutung im Imperium ihres Gleichen sucht. Was hätten Sie an meiner Stelle geglaubt?“

Sela nimmt seine Ausführung aufmerksam auf. Sie versucht zu selektieren, was er ihr da sagt. Einerseits lässt er Zweifel an der aktuellen Praetorin verlauten, was sie nicht überrascht. Dass die Sternenflotte lieber Donatra an der SPitze hätte, ist wohl keine Überraschung. Den Part über Shinzon verwirft sie hingegen, da eine Geschichtsstunde sie in diesem Fall nicht weiterbringen würde. Viel mehr überrascht sie etwas anderes. „Sie haben also ohne Beweise dafür den Worten eines Remaners geglaubt, der behauptet hat, seine Welt sei von einer Thalaronwaffe vernichtet worden? Ich muss sagen, dass es mir schwer fällt zu glauben, dass sie so leichtgläubig sind. Ein derartiger Anfängerfehler beim Kommandanten einer Sovereign-Klasse… Schwer vorstellbar.“

Bastian trinkt einen weiteren Schluck aus seiner Tasse. „Admiral, es geht hier nicht um Leichtgläubigkeit, es geht hier um eine Risikoabwägung. Und das Risiko war anhand der Indizien für mich ausreichend groß, um die Mission einzugehen. Dafür, dass ich einzig die Reststrahlung einer Thalaronwaffe auf Crateris als zwingenden Beweis als Grundlage meiner Entscheidung hatte, können Sie mich anklagen. Aber es bleibt letztlich dabei, dass ich jetzt nichts mehr an der Situation ändern kann.“ Er leert nun seine Tasse und blickt die Admiral ernst an. Ich stehe zu meinem Wort. Ich habe einen Fehler gemacht und bin bereit die Konsequenzen zu tragen. Meine Crew und mein Schiff haben alleine nach meinem Kommando gehandelt. Ich erwarte, dass Sie sie gehen lassen.“

Die Romulanerin sieht ihn skeptisch an. „Ihre Ausflüchte interessieren mich nicht, Captain. Nur die Fakten.“ erwidert sie ernst. „Und sie sagen mir tatsächlich, dass Sie selbst diese Strahlung gemessen haben?“ Sie faltet nachdenklich die Hände. „Das ist allerdings unmöglich. Denn die Remaner haben und hatten nie Zugang zu Thalaronwaffen. Niemand hat das, außer der Praetor selbst authorisiert die Entnahme der Kristalle… Und die einzige bekannte Quelle für Thalaronstrahlung sind die Kristalle, die wir in dem Lager auf der Oberfläche lagern. Dafür haben wir nach Shinzons Putsch gesorgt.“

„Wir stellen Ihnen unsere Sensordaten zu Crateris gerne zur Analyse zur Verfügung und Sie können sicherlich eigene Scans anfertigen, die unsere Daten bestätigen können. Und was den Zugang der Remaner zu Thalaronwaffen angeht: ich bin mir nicht sicher, ob diese Daten bei all dem Trubel nach Shinzons Sturz nicht doch irgendwie in die Hände der Remaner gelangt sein können. Aber sollte die Remaner keinen Zugriff auf diese Technologie haben und Sie nichts von ihrem Einsatz wissen, dann frage ich mich, ob Praetorin Oh Sie wirklich in alles für Sie relevante einweiht.“

Sela schweigt einen Moment lang und scheint über ihre Worte nachzudenken. Dass die Remaner das tun ergibt keinerlei Sinn… „Ich glaube nicht, dass die Remaner dies getan haben“ erklärt sie mit etwas sanfterer Stimme. „Wieso sollten sie ihre eigene Bevölkerung auslöschen, während eine Blockade besteht, die es unmöglich macht, dass irgendjemand etwas davon mitbekommt? Eine derartige Fehleinschätzung würde Obisek nicht unterlaufen.“ Sie verzieht dann leicht das Gesicht. „Und was die Praetorin betrifft: Ich bin nicht so naiv und glaube einfach, was mir gesagt wird. Die Praetorin hat mich mit genügend Beweisen versorgt, um ihren Worten Glauben zu schenken. Wieso sollte sie mich hintergehen, wenn ich es bin, die das Militär hinter ihr vereint?“

„Ach, ich bitte Sie, Admiral! Gerade Sie sollten doch wissen, dass Interessen in hohen Positionen oft vielschichtig sind und mehrere Motivationen gleichzeitig Einfluß auf die Entscheidungen haben. Sie sagen doch selbst, dass die Praetorin Sie mit ausreichend Informationen versorgt, dass Sie Ihre Mission nach Plan ausgeführt haben. Ihnen ist doch klar, dass die Praetorin Sie nur mit dem Teil der Wahrheit versorgt hat, den Sie wissen mussten und sollten. Aber ich verspreche Ihnen, dass da noch mehr ist, als das was sie Ihnen verraten hat.“

Ihre Mimik spannt sich wieder an. „Ich weiß, wie der Tal’Shiar arbeitet, Captain. Und dass Oh ihre Geheimnisse haben wird, ist mir ebenfalls bewusst. Das liegt uns im Blut. Wir zeigen nie alle unsere Karten. Aber was wollen Sie hiermit unterstellen? Dass Oh mich eine Blockade hat errichten lassen, um dann heimlich das remanische Volk mit einer Thalaronwaffe auszulöschen?“ Sie steht auf und stützt sich auf der Tischplatte ab. „Nein, viel wahrscheinlicher erscheint mir, dass Sie und die Remaner mich zu täuschen versuchen. Schließlich hat die Sternenflotte bereits unser Flotten-HQ angegriffen! Ich habe die Aufzeichnungen des Infiltrationsteams gesehen, das die Bombe im Büro von Admiral Lareth platziert hat. Die Dokumente und Kommuniques, die Ihre Zusammenarbeit mit den Remanern beweisen. Ein Versuch, unsere militärische Führung lahmzulegen, bevor die Invasion mit Hilfe der Remaner beginnen kann. Und statt dagegen anzukämpfen, hatte Donatra nichts besseres zu tun, als vor der Sternenflotte und Ihrer Föderation zu kuschen! Und dem Quadranten erneut zu beweisen, dass wir nur noch ein Schatten unserer selbst sind. Nein… Seit Jahren wird unser Volk schwächer. Alles für so törichte Werte wie Toleranz, Offenheit und Gleichberechtigung. Damit ist jetzt Schluss.“

Bastian bleibt ruhig an seinem Platz sitzen und wartet, bis die Admiral losgeworden ist, was in ihr gebrodelt hat. „Sehen Sie, jetzt sprechen wir wirklich offen miteinander. Die Sternenflotte hat gar nichts mit dem Anschlag auf Ihr Flotten-HQ zu tun. Wir haben keine Bombe platziert und wir haben auch nicht vor, das Imperium anzugreifen. Natürlich kann ich Ihnen dazu jetzt nur mein Wort geben. Aber mehr als Ihr Wort kann ich auch von Ihnen nicht bekommen. Was Praetorin Oh angeht: Ich habe sie persönlich kennen gelernt und wenn Sie wissen wollen, ob ich ihr so einen Angriff auf Crateris zutraue, dann kann ich das nur eindeutig bejahen. Warum sollte die Sternenflotte in irgendwas davon involviert sein, was zum Sturz von Donatra beigetragen hat, wenn wir doch von der Zusammenarbeit mit Donatra genauso profitiert haben, wie das romulanische Volk? Das ergibt ja gar keinen Sinn. Ich bedauere, dass Sie Ihr Volk nur als stark empfinden, wenn es territoriale Kämpfe führt und Machtdemonstrationen übt. Aber ich verstehe, dass Sie Ihr Volk schützen wollen und dazu zu vielem bereit sind. Ich gebe Ihnen mein Wort, dass wir nicht hinter dem Rücken der Republik gearbeitet haben. Und was den Diebstahl der Kristalle durch Obisek angeht, so habe ich meine Beteiligung und meine Fehleinschätzung bereits eingeräumt.“ Bastian bleibt während seiner Aussage ruhig und sachlich im Tonfall und macht keinerlei Anstalten aufzustehen oder Drohgeberden einzusetzen.

Sela lässt sich einen Moment, um alles aufzufassen, was Erricson ihr gerade gesagt hat. Sie würde es nach und nach durchgehen müssen… Aber irgendwas ist hier einfach nicht richtig. „Dann erklären Sie mir doch Mal, wieso sich ein Team von Sternenflottenoffizieren mit gefälschten Ausweisen des Tal’Shiar Zugang zum HQ verschafft hat… Und genau in das Büro gegangen ist, in dem später die Überreste der Bombe gefunden wurden? Deren Komponenten klar der Sternenflotte zugeordnet werden konnten? Ich habe meine Leute die Überreste untersuchen lassen… Ebenso die Aufzeichnung des Teams. Ich habe mit den Soldaten gesprochen, die die SF-Offiziere gestellt haben. Erklären Sie mir das, Captain.“

„Das kann ich Ihnen, Stand jetzt, nicht erklären, weil ich es nicht weiß, Admiral. Die Sternenflotte überlässt fremden ihre Technologie genauso wenig, wie das Imperium es tut. Ich kann Ihnen nur sagen, dass wir bei der Untersuchung des Anschlags auf den Mars auf Beweise gestoßen sind, die offenbar romulanische Signaturen trugen. Wie sich im Laufe der Untersuchung heraus stellte, waren diese Beweise gefälscht. Ob das im Fall des Anschlags auf Ihr Flotten-HQ ebenfalls der Fall ist, wage ich nicht zu beurteilen.“

„Eine schwache Erklärung“ erwidert sie skeptisch. „Selbst wenn man den Sprengsatz außer Acht lässt… Ihre Leute waren dort, kurz bevor es passiert ist. Und das lässt sich nicht durch irgendwelche Manipulationen erklären.“

„Ich denke das lässt sich ganz einfach erklären: das waren entweder keine Sternenflottenoffiziere oder sie waren auf einer anderen Mission unterwegs. Nur weil zwei Ereignisse zeitlich und örtlich zusammenhängen, müssen sie nicht auch logisch zusammenhängen, Admiral.“

„Aber um es auf den Punkt zu bringen: Praetorin Oh war damals noch Sicherheitschefin der Sternenflotte. Sie schickte eine vermeintliche Botin, die ein Außenteam in das Flotten-HQ schickte. Dort sollten unter der falschen Identität dieses Teams als Tal’Shiar-Agenten Beweise sichergestellt werden, dass die Romulaner den Angriff auf den Mars zu verantworten hatten. Das Team sicherte auch Beweise, wurde jedoch enttarnt. Diese Beweise stellten sich ebenfalls als fingiert heraus. Schlimmer noch: diese Informationsbeschaffungsmission sorgte für noch größere Spannungen zwischen der Republik und der Föderation. Insofern erzielte Oh damit genau den gewünschten Effekt. Mittlerweile wissen wir das alles, da Oh nicht so ordentlich hinter sich aufgeräumt hat, wie ich es von ihr erwartet hätte, als sie ihre Tarnung aufgab und kurze Zeit später sich selbst zur neuen Praetorin machte. Außerdem war es Oh als Sicherheitschefin der Sternenflotte ein leichtes an die Bauteile für die besagte Bombe heran zu kommen und ihre Beziehungen im Flotten-HQ zu nutzen, um die Bombe zu platzieren.“

Sie scheint nun die Informationen im Kopf zusammenzusetzen, die der Sternenflottencaptain ihr gerade präsentiert hat. „Wenn all das, was sie sagen stimmt, dann wären die Implikationen von all dem katastrophal.“ Sie sieht zu ihren Soldaten und schickt sie raus. Beide verlassen dem Befehl folgend die Beobachtungslounge und Sela sieht wieder zu Erricson. „Wenn das, was sie sagen stimmt, würde das bedeuten, dass Oh und der Tal’Shiar das romulanische Volk getäuscht, einen unauthorisierten Erstschlag gegen die Föderation unternommen und uns an den Rand eines Krieges geführt haben. Nur um die Macht zu übernehmen… Und mich hätten Sie zu einem Instrument gemacht, um die rechtmäßige Regierung zu stürzen…“ Sie sieht zum Fenster raus und atmet tief durch. Sie will sich nicht wieder erlauben, die Kontrolle über den eigenen Ärger zu verlieren. „Können Sie das alles beweisen?“

Bastian blickt zu ihr rüber und nickt. „Die Beweise, die wir gegen Oh gesammelt haben, die sie zum Teil selbst hinterlassen hat, können wir Ihnen zur Verfügung stellen. Vorausgesetzt meine Vorgesetzte Admiral Keller stimmt dem zu. Aber darum werde ich mich kümmern. Dazu gehören dann auch die fingierten Beweise über den Angriff auf den Mars und der Anschlag auf Ihr Flotten-HQ. Außerdem natürlich die Strahlungswerte, die wir auf Crateris gemessen haben. Aber ich gebe Ihnen zu Bedenken, dass ich nicht sicher bin, ob Sie Praetorin Oh mit diesen Fakten absetzen können. Sie hat sich ja auch nicht demokratisch in das Amt der Praetorin wählen lassen. Haben Sie selbst denn nie einen Verdacht gegen Oh gehabt? Nie eine Vermutung oder ist Ihnen nie etwas seltsam vorgekommen?“

Sela geht an das Panoramafenster und sieht hinaus. „Wenn es um den Tal’Shiar geht, bin ich immer auf der Hut. Ich fürchte nur, dass die Täuschung dieses Mal selbst für mich zu gut gewesen ist.“ Sie verschränkt die Arme vor der Brust und seufzt. „Vorausgesetzt, dass es stimmt, was sie mir sagten… Doch sagt mir mein Gefühl, dass es das wahrscheinlich tut. Es wäre nicht das erste Mal, dass der Tal’Shiar versucht hat, die Macht zu übernehmen. Doch noch nie auf eine solche Art.“ Sie sieht zu ihm. „Senden Sie alles, was sie haben, an mein Schiff. Und vergessen sie ihren Admiral, Captain. Jede Transmission kann vom Tal’Shiar abgefangen werden und dann wüssten sie, dass hier etwas los ist. Ich will diese Informationen sofort haben.“ Sie atmet tief durch. „Und in der Zwischenzeit werde ich meine Leute die Datenbank des Endlagers kontrollieren lassen. Sollte ein Kristall auf Oh’s Anweisung entfernt worden sein, werden wir das herausfinden. Und dann werden wir wissen, ob sie für die Auslöschung der Bevölkerung auf Crateris veranwortlich ist.“

Bastian überlegt einen Moment. „Ich kann Ihnen die Beweise übersenden, die wir selbst gesammelt haben. Aber die Beweise, die nur im Sternenflotten-HQ sichergestellt wurden, kann ich Ihnen erst übergeben, wenn wir sie selbst erhalten haben. Und dafür werde ich mit dem SFC vertreten durch Admiral Keller Kontakt aufnehmen müssen.“

Sie nickt. „Ich sehe mir an, was sie haben. Und werde dann entscheiden. Ihr Schiff wird bis dahin die Position halten und sie werden keine Versuche unternehmen, das System zu verlassen. Andernfalls werde ich nicht zögern, sie zu zerstören. Verstanden?“

Bastian tritt neben die Admiral ans Fenster. „Ich bin überrascht, dass Sie nach diesem Gespräch noch glauben, mir mit solchen Drohgebärden gegenüber stehen zu müssen, Admiral. Ich habe keineswegs geplant, mich aus dem Staub zu machen. Ich werde meine Crew anweisen, Ihnen die nötigen Informationen umgehend zukommen zu lassen. Und dann warten wir auf Ihre Auswertung.“

Die Admirälin wendet sich ihm zu. „In Ordnung. Als Zeichen des guten Willens könnten Sie uns zusätzlich alle Informationen geben, die Sie über Obiseks Shuttle und die remanischen Aktivitäten haben. Neben all dem dürfen wir nicht vergessen, dass ein Remaner mit einer der gefährlichsten Waffen, die wir kennen, unterwegs ist und plant, sich an uns für den Angriff auf Crateris zu rächen. Obisek muss aufgehalten werden.“

„Da stimme ich Ihnen zu. Aber in Anbetracht der Gefahr, die auch für die Sternenflotte besteht, möchte ich Sie bitten ebenfalls alle Ihnen bekannten Informationen zu den Remanern mit uns zu teilen. Gemeinsam sind wir eher in der Lage, diese Gefahr abzuwenden. Insbesondere falls Obisek versuchen sollte, sich im Föderationsraum zu verstecken.“

„Sofern ich zu dem Entschluss komme, Ihnen zu glauben, werde ich Sie mit den nötigen Informationen versorgen.“ Sie wendet sich ab und geht ein paar Schritte in Richtung Ausgang, ehe sie stehen bleibt und sich wieder umwendet. „Eine Frage habe ich aber noch, Captain… Wie ist es Ihrem Schiff gelungen, Crateris und Devoras in so kurzer Zeit zu erreichen, ohne von uns entdeckt zu werden?“

Bastian ist ihr die paar Schritte bis zur Tür gefolgt und bleibt dann ebenfalls stehen. „Nun, Admiral, ein paar Geheimnisse behalten wir beide wohl besser für uns. Oder wollen Sie mir erzählen, wie Sie uns so kurz nach Ankunft in dem System orten und bei uns sein konnten?“

Sela muss schmunzeln, als er das sagt. Ein guter Konter. „Sagen wir es so, Captain. Gewisse Antriebstechnologien, über die die Sternenflotte neuerdings verfügt, sind uns dank Praetor Oh bekannt geworden. Und so wie es aussieht, dürfte Ihr Schiff über einen solchen Antrieb verfügen… Was ein Grund mehr wäre, Ihr Schiff zu übernehmen. Dass ich es aber nicht tue, können Sie Ihrer Überzeugungskunst zuschreiben. Denn wenn Ihre Behauptungen wahr sind, habe ich ebenso ein Interesse daran Oh und den Tal’Shiar zu stoppen wie Sie.“

„Ich weiß durchaus zu schätzen, dass wir von Ihnen noch nicht pulverisiert wurden. Melden Sie sich, wenn Sie die Daten überprüft haben. Wir sind hier und warten auf Ihre Rückmeldung und auf Ihre Daten zu Obisek und seinen Leuten.“ erklärt Erricson.

Sela nickt und verlässt daraufhin die Beobachtungslounge ohne ein weiteres Wort